07.12.07

Ole von Beust: Integration hält große Chancen parat - für uns alle

Gastbeitrag des Bürgermeisters der Hansestadt Hamburg im CGIL-Magizin 2007

"Jede Zeit hat ihre politischen Herausforderungen, Themen, welche die Menschen ganz besonders beschäftigen, ja polarisieren. In unserer Zeit ist die Integration ganz klar eines dieser Themen, und zwar in der gesamten Westlichen Welt": mit diesen Worten eröffnet der Erste Bürgermeisters der Freien und Hansestadt Hamburg Ole von Beust (Foto) seinen Beitrag in der Herbstausgabe des CGIL-Magizins 2007.

"Auch für Hamburg ist die Integration ein Thema von größter Bedeutung: Als Welthafen- und Handelsstadt sind wir eine Metropole von großer ethnischer, kultureller und religiöser Vielfalt, in der Menschen aus über 180 Nationen zusammenleben. Integration kann unter diesen Umständen nur gelingen, wenn wir uns gemeinsam um sie bemühen: Die Aufnahmegesellschaft genauso wie diejenigen, die zu uns gekommen sind. Integration bedeutet für mich einerseits, dass die, die zu uns gekommen sind, sich auf unsere Werte und auf unsere Grundlagen zu bewegen. Andererseits bedeutet Integration, dass wir die Menschen, die zu uns gekommen sind, spüren lassen, dass sie herzlich willkommen sind und wir uns freuen, mit ihnen zusammen zu leben – und dass wir dort unterstützend tätig werden, wo es Schwierigkeiten gibt.

Gelungen ist Integration, wenn Einwanderer unsere deutsche Sprache beherrschen und gleichberechtigt am wirtschaftlichen, gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben teilhaben. Und wenn sie sich als Hamburger verstehen. Gelungene Integration hat insofern auch etwas mit Identität zu tun. Wichtigste Voraussetzung für gelungene Integration ist ohne Zweifel ein Arbeitsplatz. Aus diesem Grund ist die Weiterbildungsmaßnahme des CGIL-Bildungswerkes zu binational qualifizierten kaufmännischen Assistenten für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit türkischem Hintergrund eine gute Sache: Sie eröffnet ganz konkrete Zukunftschancen, die Möglichkeit, etwas aus seinem Leben zu machen. Zugleich ist sie aber auch eine gute Sache für die Hamburger Wirtschaft. Denn vor allem junge Migrantinnen und Migranten stellen durch ihre Zweisprachigkeit und Bikulturalität für eine boomende Handelsstadt wie Hamburg ein vielversprechendes Reservoir an Talenten dar. Das gilt umso mehr, als dass sich auch für uns immer stärker das Problem des Fachkräftemangels abzeichnet, da die demographische Entwicklung ja zu einem spürbaren Bevölkerungsrückgang führt."