„Ohne Schulabschluss gehts nicht vorwärts...
Bericht zur Infoveranstaltung „Mein Weg: Schule & Ausbildung“ am 24.04.2009 bei der Griechischen Gemeinde Offenbach und Umgebung e.V.
„Ohne Schulabschluss gehts nicht vorwärts Sondern nur rückwärts!“- Einstimmiges Fazit der Veranstaltung „Mein Weg-Schule und Ausbildung“ in der griechischen Gemeinde in Offenbach
Die Finanzkrise ist in aller Munde und auch Jugendliche, die noch die Schule besuchen, sollten sich im Klaren darüber sein: Wer einen Schulabschluss und die Möglichkeit zu Aus- und Fortbildung besitzt, hat die besten Chancen dem Wirtschaftstief zu entkommen. Genau diese Botschaft haben Olga Lucas Fernández, Projektkoordinatorin, mit zwei weiteren Mitgliedern des CGIL-Bildungswerkes e.V. und eine Vertreterin der Bundesagentur für Arbeit, Ulrike Kelepouris, versucht, bei einer Informationsveranstaltung am 24.04.2009 in der griechischen Gemeinde in Offenbach zu vermitteln.
Das Publikum an diesem Abend bestand aus jungen Schülern aller Schultypen zwischen der 7. und 11. Klasse, interessierten Eltern und Mitgliedern der griechischen Gemeinde. Dank der ansprechenden und interessanten Art der diversen Vorträge kam es zu zahlreichen Dialogen, Fragen und Antworten, und bald wurden lebhafte Diskussionen geführt, bei denen jeder Anwesende etwas beitragen und dazulernen konnte.
Bereits zum zweiten Mal war der Gemeinde-Vorsitzende Christos Michailidis Gastgeber in der Speyerstraße und auch generell wurden die griechischen Mitbürger gelobt: CGIL-Mitarbeiterin Alica Hickl informierte darüber, dass die griechische Gemeinde deutschlandweit die höchste Anzahl an Abiturienten und Studenten unter den ausländischen Gruppierungen hervorbringe. Daraufhin stellte sie einen Berufswahlfahrplan vor, der jungen Menschen ab der 7. Klasse als Leitfaden dienen kann, um rechtzeitig die nötigen Schritte zu tätigen und um besonders wichtige Dinge bei der Berufs-und Ausbildungswahl hervorzuheben. Zum Beispiel sollten Halbjahreszeugnisse nicht vernachlässigt werden und wenig Fehlstunden aufweisen, da sie eventuell für eine Bewerbung gebraucht werden oder man müsse berücksichtigen, dass die Bewerbungsfrist bei vielen grossen Unternehmen, wie dem Frankfurter Flughafen, ein Jahr vor Ausbildungsbeginn bereits ablaufe.
Frau Hickl unterstützt das Projekt JUMINA (Junge Migranten in Ausbildung), das 2005 von der CGIL ins Leben gerufen wurde. Hauptziel ist, die Ausbildungsbereitschaft und Berufsorientierung von Schülern und Schülerinnen deutscher und nicht deutscher Herkunft in enger Zusammenarbeit mit Schulen der Stadt und des Kreises Offenbachs zu fördern.
Auch Erfahrungsberichten wurde gespannt zugehört, Spiridon Soulakis erzählte von seiner Ausbildung zum Fachinformatiker für Systemintegration, die er in wenigen Wochen abschliessen wird. „Es ist wichtig, sich schon früh über die Berufswahl Gedanken zu machen“, betonte Herr Soulakis, „so hat man bereits vorher die Möglichkeit während kurzer, freiwilliger Praktika in den jeweiligen Betrieb reinschauen. Heutzutage erwarten Arbeitgeber, dass man sich schon vorab mit dem Beruf auseinandergesetzt hat und das nötige Know-How mitbringt.“ Wer also seinen Traumjob erreichen möchte, muss sich nicht nur rechtzeitig entscheiden, sondern sich auch sehr intensiv vorbereiten. Das heisst, dass jede Menge Hilfe und Unterstützung nötig ist, für die das Bildungswerk und die Bundesagentur nur zu gerne aufkommen.
Frau Lucas Fernández hatte zu Beginn die Aufgaben des Bildungswerkes und die Veränderungen im Laufe der Jahre seit der Gründung 1987 erläutert: „Zunächst war CGIL als unterstützende Institution für Migranten gedacht. Der Trend hat sich aber so entwickelt, dass wir uns um Migranten aller Nationalitäten kümmern und mittlerweile auch deutsche Schüler betreuen. Unsere Zielsetzung besteht in der Förderung gesellschaftlicher Integration und gleicher gesellschaftlicher Teilhabe von Deutschen und MigrantInnen, von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund.“ Das bedeutet jede Menge Arbeit, und die Mitarbeiter sind für jede helfende Hand dankbar. Aus diesem Grund wurde 2007 das Projekt „Integrations-und Bildungslotsen“ iniziiert, hierbei können Interessenten mit Migrationshintergrund ihre Erfahrung nutzen und nach umfangreichen Schulungen ihre Landsleute ehrenamtlich beim Integrationsprozess unterstützen. Zu diesen zählt Emine Temizbas, die den Kontakt zwischen CGIL und der Gemeinde aufrecht erhält und die jungen Migranten zu den Themen Schulabschluss und Ausbildung informiert. Während der Veranstaltung hielt die junge Integrationslotsin einen informativen Vortrag über die diversen Möglichkeiten nach dem jeweiligen Schulabschluss: „In erster Linie ist ein Abschluss wichtig, auch wenn es sich zunächst nur um einen Hauptschulabschluss handelt.“ Hierzu ergänzte Frau Kelepouris, dass es zahlreiche Möglichkeiten gäbe, einen besseren Abschluss nachträglich zu machen oder durch eine andere Fortbildungsmöglichkeit den gewünschten Beruf zu erlernen. Sie lud dazu ein, die Homepage der Bundesagentur für Arbeit zu besuchen (http://www.arbeitsagentur.de) oder direkt in die Räumlichkeiten in der Domstraße 68 in Offenbach zu kommen.
Im Rahmen des Integrationslotsen-Programmes wird am 17. Mai 2009 in der griechischen Gemeinde von 10 bis 16 Uhr eine Veranstaltung stattfinden, bei der Frau Temizbas in diversen Übungen und Tests typische Situationen nachspielen wird, mit denen Schulabgänger im Laufe einer Bewerbung konfrontiert werden könnten. „Wir möchten jungen Menschen aller Schultypen und Nationalitäten beispielhaft zeigen, wie man eine Bewerbungsmappe zusammenstellt, wie ein Gespräch mit dem zukünftigen Arbeitgeber ablaufen kann und wobei man in solchen Situationen achten muss, zum Beispiel die Kleidung oder die Wortwahl.“
Der Vorsitzende Herr Michailidis war sehr stolz über die gelungene Zusammenarbeit mit der CGIL und der Bundesagentur für Arbeit in der Vergangenheit, und dass es zu einer weiteren Veranstaltung kommen konnte. Aus diesem Grund ist die CGIL stark daran interessiert, die Informationstreffen zu den Themen „Schule und Ausbildung“ in weiteren ausländischen Gemeinden, Einrichtungen oder Vereinen anzubieten. Interessenten können sich bei Frau Olga Lucas Fernández unter der Telefonnummer 069-71408860 oder per Email an olga.lucas@cgil-bildungswerk.de melden.

